Heinz-Westphal-Preis

Vielfalt in der ehrenamtlichen Jugendarbeit

Die Preisträger_innen des Jahres 2009

Erster Preis

Roverbundesunternehmen „rbu08“ – Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG)

Die Wette: 101 soziale Projekte von Jugendlichen gegen möglichst viele zusätzliche Ausbildungsplätze in Unternehmen. Mit dieser Idee entwickelte der Roverarbeitskreis der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) das Projekt „rbu08“. Insgesamt 150 Gruppen aus der gesamten Bundesrepublik ließen sich darauf ein, zwischen Mai und Oktober 2008 ein soziales Projekt in ihrem Umfeld zu realisieren.

Sie organisierten beispielsweise ein Fest für Obdachlose, bauten einen Pavillon für einen Kindergarten, entwickelten ein ökologisches Kochbuch oder halfen in Südafrika beim Bau von Schulen und Jugendzentren. Mit insgesamt 120 umgesetzten Projekten gewannen die Jugendlichen die Wette, die Unternehmen lösten ihre Wettschuld ein und schufen mehr als 40 zusätzliche Arbeitsplätze.

Zweiter Preis

LesBiSchwule Tour – Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg e.V.

Mit der LesBiSchwulen Tour startete das Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg eine Akzeptanzkampagne. Das Ziel: Die Bevölkerung und vor allem Jugendliche über lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Lebensweisen informieren und aufklären. Mit Straßenaktionen, Aufklärung in Schulen und Ausstellungen wird für Akzeptanz und Vielfalt geworben. Das Tourteam besteht aus jungen Ehrenamtlichen.

Mit der Kampagne soll die Landflucht gestoppt werden. Umfragen zeigen, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender häufig nach ihrem Coming-Out ihre ländliche Heimat verlassen und nach Berlin ziehen, weil sie sonst diskriminiert werden. Die LesBiSchwule Tour ist in ihrer Wirkung für die auf dem Land lebenden LSBT-Jugendlichen deswegen unersetzlich.

Dritter Preis

Trauerchat www.doch-etwas-bleibt.de – Hospiz Bedburg-Bergheim e.V.

Wer hört eigentlich zu, wenn Jugendliche einen nahestehenden Menschen verlieren? Junge Menschen, die eigene Trauererfahrung machen und sich mit Tod und Sterben auseinandersetzen mussten, helfen mit ihren Erfahrungen anderen. Sie lassen sich ganz bewusst noch einmal auf ihre eigenen Trauererfahrungen ein und sind für andere da. Einmal in der Woche öffnen sie den Trauerchat.

Die jungen, ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater werden als glaubwürdig empfunden und sprechen die richtige Sprache. Der Chatroom wurde vom ersten Abend an regelmäßig von mehreren Trauernden in Anspruch genommen.

Sonderpreis

„Jugend im Haushalt - mit uns ist zu rechnen“ – Jugendbüro Freiburg

Freiburg beteiligte die Bürgerinnen und Bürger an einem Beteiligungshaushalt – und vergaß die Jugendlichen. Das Jugendbüro Freiburg vernetzte deswegen viele Träger, die in Jugendverbänden und in der Jugendarbeit aktiv sind. Engagierte Jugendliche organisierten eine eigene Befragung, informierten zielgruppengerecht und leisteten ihren Teil zum Beteiligungshaushalt – politische Bildung und persönlicher Kompetenzgewinn inklusive.

Das Projekt „Jugend im Haushalt“ hat gezeigt, wie schon Jugendliche für das Zukunftsthema „städtische Finanzen“ interessiert und mobilisiert werden können.

Ehrenpreis

Fanfarengarde Frankfurt/Oder

Die Fanfarengarde Frankfurt an der Oder sorgt mit ihrem Projekt Europafanfaren dafür, dass Kinder aus Deutschland und Polen über die Musik erfahren, wie Europa durch das Miteinander der Nationen lebendig wird. Sie erleben bei den Proben und Auftritten regelmäßig, dass sie zwar eine andere Sprache sprechen, sich aber trotzdem gut verstehen. Und sie erfahren durch ihre Auftritte Anerkennung, die sie in ihrer Persönlichkeit stärken.