Heinz-Westphal-Preis

H|W|P - Die Dokumentation

Sportjugend im Kreissportbund Coesfeld

Die Idee

Unsere Idee war es, in der Sportjugend Coesfeld ein J-Team (Jugendteam) zu gründen. Als Ziel haben wir dabei verfolgt, junge Menschen an das Ehrenamt heranzuführen und diese dafür zu begeistern. Wir wollten den Einstieg in das ehrenamtliche Engagement erleichtern, da es für Jugendliche nicht einfach ist, sich bei der heutigen Belastung (Schule, Studium, Beruf, etc.) in ein mehrere Jahre dauerndes Amt wählen zu lassen. Oft schreckt auch die Angst vor einem neuen Arbeitsbereich oder Verantwortung ab. Das wird im J-Team aufgefangen, da sich die jungen Menschen in für sie interessante Themengebiete einarbeiten und einfinden können. Zu den (selbst ernannten) Aufgaben gehört es, Aktionen für andere Jugendliche zu organisieren und diese für den Sport zu begeistern. Zudem hilft es, in der Gruppe neue Fähigkeiten zu erlernen, Arbeitsweisen zu erproben und Interessensbereiche zu entdecken.

Warum ist diese Idee herausragend?

In dem J-Team werden Jugendliche aus verschiedenen Städten des Kreises und verschiedenen Sportvereinen und Sportarten vereint. Das Team ist für alle zwischen 14 und 27 Jahren offen, und verbindet damit auch verschiedene Altersgruppen miteinander. Die Gruppendynamik, die entsteht, hilft das selbstständige Arbeiten anzuregen und besonders Eigeninitiative zu fördern. Jugendliche lernen sich gegenseitig zu respektieren und zusammenzuarbeiten sowie sich untereinander zu vernetzen, Ideen und Vorschläge auszutauschen und gemeinsam Ziele zu erarbeiten. Es wird ihnen die Gelegenheit gegeben, ihre eigenen Ideen vorzuschlagen und diese dann auch konkret umzusetzen. Selbst wenn etwas mal nicht gelingt, dann kann die Gruppe dies auffangen und für die Weiterentwicklung nutzen. Den Jugendlichen wird Freiraum gegeben, sodass sie selbst bestimmen können und ihre eigenen Entscheidungen fällen. Das J-Team ist zudem in einem ständigen Entwicklungsprozess, da es sich regelmäßig trifft, neue Mitglieder hinzukommen und sich durch neue Erfahrungen und Projekte die Kompetenzen weiterentwickeln.

Die Umsetzung

Die Idee ein J-Team zu gründen ist im Vorstand der Sportjugend zustande gekommen und von diesem Zeitpunkt an, hat sich ein kleines Team damit beschäftigt, wie ein solches J-Team aussehen und wie es organisiert werden soll. Dann wurde ein Termin für ein erstes Treffen (22. Dezember 2012) festgelegt. Dafür wurde Werbung über die Lokalzeitungen und die Homepage sowie die Facebookseite der Sportjugend Coesfeld gemacht. Zudem wurden die Sportvereine im Kreis gezielt angesprochen und persönliche Kontakte genutzt, um die Idee bis an die Jugendlichen heranzutragen. Bei dem ersten Treffen gab es neben der Kennlernphase auch einen Zeitraum, um die „Säulen” des J-Teams festzulegen (Wie oft treffen wir uns? Wo treffen wir uns? Wie sollen die Treffen ablaufen? Was wollen wir erreichen?) und um erste Ideen für die nächste Zeit zu sammeln und Teamregeln und –rituale festzulegen. In der Zeit danach ist das J-Team von regelmäßigen Treffen, Teamaktionen, dem Besuch von Sportveranstaltungen und der Unterstützung des Sportjugend-Vorstandes geprägt.

Welche Auswirkungen hatte das Projekt

Das J-Team ist seit der Gründung stetig gewachsen und die neuen Teammitglieder werden gut integriert. Es ist ein Pool an ehrenamtlichen Helfern entstanden, die sich in einem Team zusammengefunden haben, sodass auch Freundschaften entstanden sind, die über die eigentliche Tätigkeit im J-Team hinausgehen. Die Persönlichkeiten der einzelnen Mitglieder haben sich schon sehr entwickelt, was den Umgang miteinander, aber auch besonders die Arbeit für und während der J-Team-Treffen betrifft. Von Treffen zu Treffen verbessert sich die Arbeit und damit auch die Ergebnisse. Das J-Team organisiert Veranstaltungen für Jugendliche und Kinder (Schlag das J-Team, Karnevals-Kinderturnen etc.) und für die Sportvereine (z.B. Informationsveranstaltung „J-Team”), unterstützt die Sportjugend Coesfeld und nimmt an Fortbildungen teil. Zum Beispiel haben viele an der „Juleica-Ausbildung” teilgenommen oder nehmen an der Ausbildung zum „Juniormanager” teil.

Die Erkenntniss

Die Erkenntnis, die wir aus dem Projekt gezogen haben, ist, dass es doch mehr Jugendliche gibt, die sich für ehrenamtliches Engagement interessieren, als man denkt. Trotz der zunehmenden (schulischen) Belastung haben sie die Bereitschaft Zeit zu investieren und etwas für andere zu planen und zu organisieren, obwohl sie keine besonderen Vorteile daraus ziehen können. Für sie macht es einfach Spaß, in der Gruppe etwas zu vollbringen und zu sehen, wenn andere sich darüber freuen. Der Spruch „Im Team sind wir stark” trifft hier völlig zu, da die jungen Menschen viel engagierter und motivierter im Team arbeiten als alleine. Zudem ist das Ergebnis, dass ein Team mit gemeinsam gefundenen Regeln und Arbeitsweisen sehr gut funktioniert, auch wenn sich das Alter, die Interessen, die Vorerfahrung oder auch die Sportarten sehr unterscheiden. Die J-Team-Mitglieder ergänzen sich gegenseitig und kommen immer zu einem gemeinsamen Ergebnis.

Was können andere daraus lernen

Andere können daraus lernen, dass man Jugendliche motivieren kann, indem man die passenden Methoden wählt. Dazu gehören bei uns zum Beispiel Einstimmungsspiele zu Beginn der Treffen und ein Verabschiedungsritual. Diese sorgen dafür, dass sich die Jugendlichen wohl fühlen und die Gruppe gestärkt wird. Zudem kann man aus jedem viel herausholen, wenn man nur den richtigen Weg gefunden hat.

Es hilft auch sehr, wenn die Jugendlichen wissen, dass alles auf einer freiwilligen Basis geschieht und es kein Problem ist, wenn sie mal keine Zeit haben oder sie ein Projekt mal nicht so sehr interessiert. Wichtig ist nur die Grundlage, dass getroffene Zusagen auch eingehalten werden müssen.

Projektzeitraum:

01.11.2012 bis 31.12.2013

Kategorie:

Jugendorganisation/Jugendnetzwerk

Kontakt:

Sportjugend im Kreissportbund Coesfeld

E-Mail:
katharinaahlers[at] remove-this.gmx.de
Web:
http://www.ksb-coesfeld.de/sportjugend