Heinz-Westphal-Preis

H|W|P - Die Dokumentation

Servicestelle Jugendbeteiligung

Die Idee

Die Servicestelle Jugendbeteiligung und „DATAJOCKEY: Social Research & Dialogue” führen seit September 2012 das Jugendforschungs- und Beteiligungsprojekt „junge Deutsche 2012/13” durch. Hier werden 14 bis 34-Jährige zum Leben und Erwachsenwerden in Deutschland befragt und zur Beteiligung befähigt. Jugendliche und junge Erwachsene erarbeiten dabei politische Handlungsempfehlungen für bessere Politik und Rahmenbedingungen — von lokal bis national. Das bundesweite Projekt wird durch das Programm „JUGEND IN AKTION” der Europäischen Union und des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen finanziell gefördert. Die Ergebnisse des Projekts fließen im Rahmen des Strukturierten Dialogs in die Entwicklung der europäischen Jugendstrategie ein.

Warum ist diese Idee herausragend?

Die Lebenswelten der 14 bis 34-Jährigen sind unvorstellbar vielfältig. Durch dieses Projekt (und die Teilnahme daran) erfährt man von gemeinsamen Hoffnungen, Ängsten und Verbesserungswünschen junger Menschen in ihrem Lebensraum. Jugendliche können für ihre Generation sprechen, wenn sie sich bei Verantwortlichen für Veränderungen einsetzen. Aktivitäten in ganz Deutschland, in großen Städten und kleinen Orten, wurden zu einem gemeinsamen Projekt.

Die Umsetzung

Zunächst wurde von dem Initiator der Studie eine Fahrrad- und Couchsurfingtour in verschiedenste Regionen Deutschlands durchgeführt, während junge Menschen für Interviews und die Erstellung von Stadtstudien qualifiziert wurden. Zu einem nationalen Jugendtreffen, dem Jugendsymposium, kamen vom 16. bis 18. März 2013 etwa 40 jugendliche Vertreter_innen der regionalen Studien zusammen und erarbeiteten lokale und nationale Handlungsempfehlungen an die Politik. Am Sonntag, dem 17.03.2013, wurden diese mit öffentlichen Entscheidungsträger_innen diskutiert.

Welche Auswirkungen hatte das Projekt

Zum einen wurden deutschlandweit junge Menschen dazu qualifiziert, die Lebenssituation junger Menschen in ihrem Umfeld zu erforschen. Zum anderen entstehen aus den Ergebnissen der Interviews und Befragungen Stadt-, Stadtteil oder Gemeindestudien. Diese werden dann die Grundlage für lokale Bürgerdialoge mit Entscheidungsträger_innen über notwendige Veränderungen und Anpassungen darstellen. Im Sommer/Herbst 2013 wird die Studie veröffentlicht werden.

Die Erkenntniss

Die bisherigen Erkenntnisse und Ergebnisse aus der Studie, der Tour und dem Symposium sind sehr vielseitig.

Drei ganz entscheidende Probleme der Jugend, die teilweise mit der Kommunalpolitik verkettet sind, sind folgende: Junge Menschen verlieren einen echten Zugang zur Politik. Sie haben ein Problem mit dem Schulsystem und sie steuern auf dem Arbeitsmarkt auf immer krisenhaftere Beschäftigungsformen zu. Ihre Lebensplanung wird immer unsicherer.

Es wurde klar, dass die politische Realität momentan sehr an den Bedürfnissen und Wertvorstellungen junger Menschen vorbei geht. Hier besteht ein großer Handlungsbedarf.

Junge Menschen müssen außerdem zu verantwortlichem politischen Handeln befähigt und motiviert werden, sonst werden sie zur Minderheit, nicht nur demografisch, sondern auch aus politischer Perspektive. Junge Menschen sollten in alle Bereiche mit einbezogen werden. Politisches Bewusstsein und Partizipation darf nicht erst mit der Volljährigkeit zu einer festen Größe im Leben von Menschen werden, sondern kann schon im Kindergarten und in der Schule erlernt werden. Es ist notwendig, dass wir hier richtige Mitbestimmungsgremien schaffen und wirkliche Entscheidungsspielräume ermöglichen.

Was können andere daraus lernen

Die Entscheidungsträger der Gesellschaft müssen für die Menschen der Gesellschaft sorgen und Strukturen und Maßnahmen weiterentwickeln. Dabei sollte Jugend in allen Überlegungen der Politik immer einen großen Stellenwert einnehmen.

Einen Beitrag zum allgemeinen Wohlbefinden und zur Steigerung der Partizipation der jungen Menschen leistet beispielsweise die verbandliche Jugendarbeit. Eine Thematik, aus der Kinder und Jugendliche lernen können, bezieht sich demnach auf diese. Dort lernen sie, wie wichtig soziale Aspekte sind beziehungsweise wie sie selbst aktiv werden und sich selbst für ihre Mitmenschen engagieren. Die Erfahrung in der Gemeinschaft „auf Augenhöhe” ist wesentlich für eine gute Einfügung des Jugendlichen in die Gesellschaft. Es kann für die Gesellschaft einer Kommune oder eines Landes fatale Folgen haben, wenn Menschen, die in ihr heranwachsen, ihr Gefühl für die Gemeinschaft und ihr Vertrauen in die eigene Fähigkeiten verlieren. Deshalb ist es empfehlenswert, ehrenamtliches Engagement weiterhin zu unterstützen und zu fördern.

Projektzeitraum:

01.09.2012 bis 30.04.2013

Kategorie:

Jugendorganisation/Jugendnetzwerk

Kontakt:

Servicestelle Jugendbeteiligung

E-Mail:
m.ludwig[at] remove-this.jugendbeteiligung.info
Web:
http://www.servicestelle-jugendbeteiligung.de/