Heinz-Westphal-Preis

H|W|P - Die Dokumentation

KInderbrücke Ilsede

Die Idee

Unsere Gruppe „Die Abräumer” wohnen gemeinsam in der stationären Jugendhilfeeinrichtung „Die Kinderbrücke” (Heim). Seit mehreren Jahren nehmen fünf Kinder im Alter von acht bis neun Jahren an der örtlichen Müllsammelaktion des Ortsrats teil. Dort entstand die Idee, das Ganze im größeren Rahmen aufzuziehen. Immer wenn die Gruppe mit ihrem Waldpädagogen in der Landschaft unterwegs ist, werden nun Handschuhe und Müllsäcke mitgenommen.

Warum ist diese Idee herausragend?

Bei Landschaftsmüll wird sonst immer nach Behörden gerufen und man sieht weg. Hier ist es anders: Die Kinder übernehmen Verantwortung und identifizieren sich mit ihrem Umfeld. Durch Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen und Umweltverbänden wird den Kindern eine hohe Wertschätzung entgegengebracht. Sie haben Patenschaften für Schutzgebieten übernommen und fühlen sich verantwortlich.

Die Umsetzung

In einem Umkreis von 20 Kilometern um die Einrichtung herum existieren etliche Landschaftsschutzgebiete, Ausgleichsflächen oder Obstwiesen, die Naturschutzverbänden zugeordnet sind. Leider kommt es dort regelmäßig zu illegalen Abfallbeseitigungen und ein Sack bleibt dann selten allein. „Die Abräumer” fahren jede Woche die Flächen an, verbinden dies auf Obstwiesen zum Beispiel auch mit Pflegemaßnahmen und liefern eventuell aufgefundenen Landschaftsmüll auf dem Recyclinghof im Nachbarort ab. Dort wurde mit den Abfallwirtschafts- und Beschäftigungsbetrieben des Landkreises Peine (A&B) eine unkomplizierte Entgegennahme vereinbart. Die Kinder sind dort bekannt und werden wertschätzend begrüßt.

Welche Auswirkungen hatte das Projekt

Bei den Kindern hat sich ein gewisser Werkstolz eingestellt. Sie fühlen sich mit der Natur in ihrem regionalen Umfeld verbunden und übernehmen Verantwortung. Durch die Erkundungen und Arbeiten entsteht eine „innere Landkarte” von Wirkungsstätten mit denen sie sich identifizieren.

Die Erkenntniss

Gerade Kinder mit problematischer Persönlichkeitsstruktur erblühen regelrecht, wenn es heißt: „Gut, dass ihr da seid und das macht!” Viel zu selten bekommen sie so etwas zu hören.

Was können andere daraus lernen

Die Erfahrung, nützlich zu sein, kann verhaltensauffällige Kinder durchaus stabilisieren und in strukturierte Bahnen leiten. Es lohnt sich, sich mit Umweltverbänden oder mit dem Bereich der Waldpädagogik zu vernetzen, Herausforderungen zu suchen und gezielt aufzugreifen.

Projektzeitraum:

01.06.2013 bis 31.05.2014

Kategorie:

freier Träger

Kontakt:

KInderbrücke Ilsede

E-Mail:
joerg.aumann[at] remove-this.htp-tel.de
Web:
http://www.kinderbruecke.de