Heinz-Westphal-Preis

H|W|P - Die Dokumentation

heimaten-Jugend

Die Idee

„Yallah – Junge Flüchtlinge aktiv!”: Flüchtlinge wollen sich für sich selbst reden, sich für ihre Anliegen einsetzen und gehört werden. Dazu wollen wir eine Plattform für interkulturellen Austausch ermöglichen — und das auf gleicher Augenhöhe. Wir möchten einen Ort für uns junge Leute entwickeln, in dem wir selbst sein können mit unseren Ideen. Bei dem wir unsere Ideen austauschen und umsetzen können. Wir sind ein Sprachrohr für uns und die Zielgruppe „junge Flüchtlinge”.

Damit wollen wir voneinander lernen. Genauso möchten wir aber auch Kontakte mit Jugendlichen aus der Mehrheitsgesellschaft aufbauen, uns kennen lernen, gemeinsam Spaß haben und Zugang zur Gesellschaft finden.

Warum ist diese Idee herausragend?

In diesem Projekt werden junge Flüchtlinge selbst aktiv, nehmen ihr Leben in die Hand und setzen sich für andere Jugendliche ein, die neu in Deutschland sind und Unterstützung brauchen, damit sie sich zurechtfinden und eine neue Heimat zu finden. Mit Hilfe des Peer-to-Peer-Ansatz wird die Zielgruppe (junge Flüchtlinge), die in der Regel aus der Gesellschaft ausgeschlossen ist/wird, unterstützt. Im Vordergrund steht interkulturelles Lernen. Dabei ist die Gruppe selbst aktiv und arbeitet ressourcenorientiert. Denn die Jugendliche bringen viele Sprachen ein und lernen die deutsche Sprache außerhalb der Schule einzusetzen. Gleichzeitig soll so eine Orientierungshilfe geboten werden.

Die Umsetzung

Junge Flüchtlinge aus Ländern mit Krieg, Bürgerkrieg oder Chaos suchen Zuflucht in Deutschland. Viele dieser jungen Menschen sind traurig, häufig auch traumatisiert, haben aber auch „überlebt” und schon als Kinder oder als Jugendliche beeindruckende Erfahrungen gesammelt. Hier kommt „Yallah - Junge Flüchtlinge aktiv" ins Spiel. Diejenigen, die bereits einige Zeit in München leben und Fuß gefasst haben, geben den Neuen Orientierung, Unterstützung und neue Kraft. Es hilft, sich mit anderen zu treffen, die gemeinsame Sprache zu sprechen, etwas miteinander zu unternehmen, wieder Spaß zu haben und Hilfe zu erhalten.

Daher wurde ein Treffpunkt geschaffen und Ausflüge organisiert, bei denen München und die Umgebung kennen gelernt werden konnte. Bei großen Festtagen, wie dem Ramadan- oder dem Qurban-Fest (Opferfest), organisieren wir Feiern und laden alle dazu ein — egal welche Religion sie haben oder woher sie kommen. Aber auch die Kunst kam bis jetzt nicht zu kurz: Ein Besuch auf der Dokumenta in Kassel mit dem Schwerpunkt "Afghanistan" brachte Spaß und neue Einsichten. Natürlich haben wir auch Orte der Politik aufgesucht: das Münchner Rathaus und den Bayerischen Landtag.

Wir wollen erreichen, dass die Lebenssituation der Flüchtlinge verbessert wird. Die Residenzpflicht muss aufgehoben, die Essenspakete abgeschafft werden und alle Jugendlichen müssen die Möglichkeit erhalten, die Schule zu besuchen und einen Beruf zu lernen.

Welche Auswirkungen hatte das Projekt

Das Projekt hatte einige Auswirkungen: Die Jugendlichen konnten Fuß fassen, da sie durch Austausch und gemeinsame Aktivitäten aus ihrer Isolation herauskamen. Eine  schnellere Integration wurde so möglich. Sie erhielten einen Zugang zu Kunst und Politik und konnten so auch ihren Horizont erweitern. Außerdem konnten Netzwerke aufgebaut werden, da durch die Projektaktivitäten andere Jugendverbände, Initiativen und Jugendliche angesprochen wurden. Nun gibt es breitere Austauschmöglichkeiten und eine größere Anerkennung. Gleichzeitig konnte durch diese Aktivitäten und das öffentlich machen ein positives Image der Zielgruppe aufgebaut werden.

Die Erkenntniss

Es braucht Vertrauen in Jugendliche, entsprechende Ressourcen und Chancen, denn dann werden junge Flüchtlinge aktiv. Man lernt uns in einem ganz anderen Licht kennen. 

Die Bevölkerung konnte erkennen, in welch einer schwierigen Lage sich viele junge Flüchtlinge befinden und tagtäglich enormen (psychischen und physischen) Anstrengungen ausgesetzt sind. Dazu gehören auch Grenzen, denen sie ausgesetzt durch Residenzpflicht, Mangel an finanziellen Mitteln, an Sprach- und Verständigungsproblemen ausgesetzt sind.Dazu kommen rassistische Erfahrungen und Diskriminierungen, Polizeikontrollen und häufig die Angst vor Abschiebung. Denn waas für deutsche Jugendliche selbstverständlich ist, ist für uns alltägliche Herausforderung, um zu „überleben”. 

Was können andere daraus lernen

Ein Miteinander ist möglich: Jeder Mensch hat Ressourcen, aber man muss sie erkennen und ihm den Raum bieten sowie ihn fördern. Es ist möglich, Jugendliche aus dieser Zielgruppe anzusprechen und einzubeziehen, auch wenn die Sprachkenntnisse noch nicht so umfassend sind. Wichtig aber ist, dass so genannte „Mittlerpersonen” aus der Zielgruppe einbezogen werden.

Jeder kann interkulturelle Kompetenzen im Miteinander erwerben: Offenheit, Toleranz und Wissen über die Situation von Flüchtlingen. Es gibt viel mehr Gemeinsamkeiten als Differenzen.

Projektzeitraum:

01.11.2011 bis 31.07.2013

Kategorie:

Jugendverband / Jugendring

Kontakt:

heimaten-Jugend

E-Mail:
mary.opio[at] remove-this.yahoo.com
Web:
http://www.heimaten.de