Heinz-Westphal-Preis

H|W|P - Die Dokumentation

Familienbildungsstätte - Mehrgenerationenhaus

Die Idee

In dem Projekt†‚ÄěGegen die Einsamkeit im Alter ‚ÄĒ†Jung und Alt gemeinsam!†Fortbildung zur jungen Seniorenbegleitung†nach dem D√ľlmener Modell‚Äú erhalten Sch√ľler_innen ab der zehnten und elften Klasse der weiterf√ľhrenden Schulen eine†Zertifikatsfortbildung f√ľr Seniorenbegleitung†in der Stadt Haltern am See.

Bereits seit 2010 bietet die Familienbildungsst√§tte D√ľlmen einmal j√§hrlich in Kooperation mit dem EhrenAmt der Stadt Haltern am See eine Fortbildungsma√ünahme zu ‚Äějugendlichen Seniorenbegleitern‚ÄĚ f√ľr Sch√ľler und Sch√ľlerinnen der Klassen zehn und elf†der weiterf√ľhrenden Schulen an. W√§hrend des Qualifizierungsprojektes ‚ÄěJugendliche begleiten Senioren‚ÄĚ werden die Jugendlichen f√ľr den Umgang mit √§lteren Menschen sowohl theoretisch als auch praktisch qualifiziert. Im Anschluss k√∂nnen sie ihre gewonnenen Erkenntnisse in den √∂rtlichen Altenheimen oder auch im privaten Bereich ‚Äď im h√§uslichen Umfeld der Senioren - im Rahmen einer ehrenamtlichen/freiwilligen T√§tigkeit umsetzen.

Warum ist diese Idee herausragend?

Ziel des Projektes ist zun√§chst einmal†die†F√∂rderung des Sozialverhalten der Jugendlichen.†Jugendliche sollen in neue Felder des Ehrenamts/der Freiwilligenarbeit eingef√ľhrt und f√ľr diese Aufgabe motivieren werden. Dazu wird†Jugendlichen Verantwortung in sozialen Feldern √ľbertragen. So erhalten sie†einen erweiterten Einblick in den Lebens ‚Äďund Alltagsraum √§lterer Menschen. Au√üerdem werden†ihnen†Einblicke in neue Berufsfelder ‚Äďinsbesondere im Bereich der Medizin, Pflege und Sozialen Betreuung ‚Äď†er√∂ffnet. Gleichzeitig wird der†Dialog zwischen Jung und Alt†gef√∂rdert und die†Kooperation zwischen Schule, Kommune, Weiterbildungs- und Altenhilfeeinrichtungen wird†ausgebaut.

Die Umsetzung

Die zw√∂lf bis†16 Sch√ľler_innen ab der Klasse zehn, die auf freiwilliger Basis in ihrer Freizeit an diesem Projekt teilnehmen, werden zun√§chst theoretisch durch die Familienbildungsst√§tte D√ľlmen am Nachmittag, au√üerhalb des Schulunterrichts, geschult. Die Teilnehmer werden unter anderem†im Umgang mit √§lteren und/oder auch an Demenz erkrankten Menschen fortgebildet. An den einzelnen Themenabenden dieser Qualifizierung lernen die Jugendlichen einfache Pflegehilfen f√ľr Laien, wie zum Beispiel†Schieben eines Rollstuhls, Anziehen einer Jacke, wenn der Pflegebed√ľrftige im Rollstuhl sitzt, Essenreichen und vieles mehr. Weitere Kurseinheiten sind den Informationen verschiedenen Themen rund um Alter und Ehrenamt Alter gewidmet. Im Anschluss an die theoretische Schulung von 13 Nachmittagen beziehungsweise 39 Unterrichtsstunden†erfolgt ein 20 Stunden†umfassendes Praktikum in einem √∂rtlichen Altenheim ihrer Wahl. Den Abschluss der Qualifizierung bildet die Praktikumsauswertung. W√§hrend des Praktikums k√∂nnen eigene Vorstellungen der zuk√ľnftigen Seniorenbegleitung √ľberpr√ľft und erste Kontakte zu dem sp√§teren ehrenamtlichen T√§tigkeitsbereich gekn√ľpft werden.

Zum Abschluss der Fortbildung h√§ndigt der B√ľrgermeister der Stadt Haltern am See, Bodo Klimpel, die Zertifikate an die Teilnehmer im Rahmen einer kleinen Feierstunde aus. An der Verleihung nehmen auch die Vertreter der Schulen, Altenheime, die Referenten und die Eltern der Teilnehmer_innen teil.

Welche Auswirkungen hatte das Projekt

Zusammenfassend kann man sagen: Sowohl die √Ąlteren als auch die Jugendlichen haben viel Spa√ü w√§hrend der Fortbildungszeit und viele Jugendliche sind noch heute aktiv t√§tig in Altenheimen. Durch das EhrenAmt der Stadt Halten am See steht jederzeit eine professionelle Anlaufstelle rund um Fragen des Ehrenamtes und Freiwilligenarbeit zur Verf√ľgung. Auch die Mitarbeiter_innen der Sozialen Dienste der Altenhilfeeinrichtungen stehen bei Fragen der Jugendlichen Rede und Antwort.†Die Familienbildungsst√§tte D√ľlmen bietet Fortbildungen zu weiteren Themen aus dem Bereich Demenz, Betreuung, Pflege auf Wunsch an.

Die Erkenntniss

Viele der Jugendlichen engagieren sich nicht nur im Rahmen des Praktikums in ihrer Freizeit, sondern sind auch nach dessen Beendigung in der ehrenamtlichen Betreuung in Altenheimen aktiv ‚ÄĒ†insbesondere an Wochenenden oder in den Schulferien. Auch √ľbernehmen sie im famili√§ren Umfeld und im Rahmen der ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe nach der Qualifizierung immer mehr Betreuungsaufgaben von √§lteren und an Demenz erkrankten Menschen. Viele f√ľhlen sich durch die Schulungsma√ünahme gest√§rkt, sich in ehrenamtlichen Feldern zu engagieren, die ihnen bisher unbekannt waren.†Diese Erfahrungen tragen dazu bei, dass die Jugendlichen k√ľnftig gegen√ľber freiwilligen T√§tigkeiten f√ľr Mitmenschen aufgeschlossener sind.

Die bisherigen Teilnehmer haben in den Fortbildungen gerne einige Stunden ihrer Freizeit investiert. Sie haben viele neue Eindr√ľcke gewonnen und Erkenntnisse gesammelt, die wichtige Impulse f√ľr†ihr†weiteres Leben geben k√∂nnen. Die ersten Teilnehmer_innen der Schulung 2010 sind bereits im Studium und nutzten die Angebote ‚ÄěWohnen f√ľr Hilfe!‚ÄĚ. Insbesondere durch diese Qualifizierung zum Jugendlichen Seniorenbegleitern haben die sp√§teren Studenten_innen eine bessere Chance auch auf dem Wohnungsmarkt.

Was können andere daraus lernen

Im Zuge des demografischen Wandels erfahren immer mehr Jugendliche in der Familie, dass eigene Gro√üeltern oder die von Freunden zunehmend Unterst√ľtzung im Alltag ben√∂tigen, pflegebed√ľrftig werden oder auch an Demenz erkranken. Insbesondere Jugendliche in Familien mit pflegebed√ľrftigen Menschen werden mit dem Thema Pflege und Demenz konfrontiert, ohne in der Regel zuvor Informationen hier√ľber im (Schul-) Alltag zu bekommen. Zudem haben Jugendliche h√§ufig kaum noch Kontakt zu √§lteren Menschen; insbesondere dann nicht, wenn die eigenen Gro√üeltern nicht in der N√§he wohnen oder bereits verstorben sind. Gerade dann ist es erforderlich, dass Jugendliche Erfahrungen im Umgang mit √§lteren Menschen sammeln.

Jugendliche sind in erheblichem Umfang und in vielf√§ltigen Feldern mit beachtlicher Intensit√§t am b√ľrgerschaftlichen Engagement beteiligt.†Dieses Konzept ‚ÄěJugendliche begleiten Senioren‚ÄĚ wurde schon von verschiedenen Schulen und St√§dten aufgegriffen. Es wurde in der Familienbildungsst√§tte D√ľlmen im Rahmen des D√ľlmener Modells entwickelt und eignet sich hervorragend f√ľr die √úbertragung auf andere Jugend- und Erwachsenenbildungseinrichtungen, Schulen, Mehrgenerationenh√§user in Kooperation mit Altenhilfeeinrichtungen und Ehrenamtsb√∂rsen oder Freiwilligenagenturen.

Projektzeitraum:

01.09.2011 bis 31.08.2013

Kategorie:

freier Träger

Kontakt:

Familienbildungsstätte - Mehrgenerationenhaus

E-Mail:
neuss[at] remove-this.bistum-muenster.de
Web:
http://www.fbs-duelmen.de