Heinz-Westphal-Preis

H|W|P - Die Dokumentation

Alternatives Jugendhaus me-o-wa e.V.

Die Idee

Bisher haben wir in unserem Jugendhaus „me-o-wa” meist Veranstaltungen realisiert, welche direkt an unsere Altersklasse (Jugend) gerichtet waren. In einer recht kleinen und verschlafenen Stadt wie Ostritz gibt es nicht sehr viele Angebote, die sowohl für Kinder, Jugendliche als auch Erwachsene ansprechend sind.

Deshalb versuchten wir genau diese Lücke zu füllen und ein Projekt zu organisieren, was an ein breiteres Publikum gerichtet ist. Es sollte nicht nur die Jugend aus Ostritz und Umgebung zusammenkommen, sondern die ganze Stadt, das heißt Bewohner jeder Altersklasse: Ein Sommerfest für Groß und Klein, Jung und Alt, Dick und Dünn.

Da diese geplante Veranstaltung einen so großen Rahmen annehmen sollte, kamen wir überein, dass die Gründung eines beim Amtsgericht einzutragenden Vereins angebracht ist und leiteten hierfür alles in die Wege.

Warum ist diese Idee herausragend?

Das Besondere an dieser Idee war es, dass der komplette Tag mit verschiedenen Programmpunkten ausgestattet wurde.

Neben den üblichen Attraktionen wie Dosenschießen oder Kinderschminken gab es Außergewöhnliches: Wer sich in die gruselige Räuberhöhle wagte, konnte Bandequipment vorfinden und selbst Gitarre oder Schlagzeug spielen. Im Zauberwald entdeckte man versteckte Tiere. Ein großer Pavillon, der aus Frischholz aus dem eigenen Gelände errichtet wurde, schmückte sich mit bunten Lichtern. Der sprechende Eisbär lud alle Kinder in den Bauwagen zwischen Decken und Kuscheltieren zur Märchenstunde ein. Unter Anleitung konnte man am Indianer-Tipi durch Sägen, Hobeln und Nageln tolles Holzspielzeug bauen. Nach der Devise aus „Alt mach Neu” fand auch der Upcycling-Workshop statt. Dort bastelte man aus scheinbar unbrauchbaren Dingen, wie kaputten Fahrradschläuchen oder alten Tetra-Paks neue nützliche Utensilien.

Musikalisch wurde das Ganze mit Liedermachern, DJs und Bands unterstützt - eingeleitet durch die Feuershow auf der Terrasse. Nachts erleuchtete der Zauberwald in allen Farben, Fackeln erhellten die Wege und witzige Dekorationen verliehen dem Abend seinen eigenen Charme.

Die Umsetzung

In vielen Besprechungen wurden allerhand Ideen und deren Umsetzung besprochen. Es war schwierig die hohen Ausgaben mit den vermuteten Einnahmen zu kalkulieren, denn das Fest sollte für alle Besucher bezahlbar sein. Also wurde kein Eintritt verlangt und für Kaffee und Kuchen war lieber eine kleine Spende anstatt Wucherpreise erwünscht.

Da wir so viele Beteiligte waren, haben wir kleine Arbeitsgemeinschaften gegründet, um das Geschehen zu koordinieren.

Wir haben Flyer und Plakate gedruckt und sie in Ostritz und den angrenzenden Städten und Dörfern in Kindergärten und anderen Jugendtreffs verteilt. Noch am Abend zuvor haben wir die Lichtinstallationen ausprobiert und Dekorationen aufgehangen.

Welche Auswirkungen hatte das Projekt

Es war schön zu sehen, dass wir mit unserem Fest großen Anklang gefunden hatten und die verschiedenen Workshops so begeistert angenommen wurden. Unsere Zeit und Mühe hatte sich definitiv gelohnt. Die Resonanz war, zu unserer großen Freude, ausschließlich positiv. Die Besucherzahl war überraschend hoch und das Fest ging bis weit in die Nacht.

Am meisten beflügelte mich die Aussage einer Besucherin: „Man kommt hier her und fühlt sich einfach nur wohl”. Das gibt Ansporn und macht Mut, weiter derartige Projekte zu realisieren.

Die selbst gebastelten und gebauten Sachen wurden stolz über das Gelände getragen und werden eine Erinnerung an das außergewöhnliche Erlebnis in der „me-o-wa” sein.

Die Erkenntniss

Da wir zum ersten Mal ein so großes und langes Event geplant haben, woran sich auch so viele Jugendliche beteiligt haben, ging es anfangs noch etwas chaotisch los. Doch durch die Planung sind wir zu einem guten Team zusammengewachsen. Es hat uns Spaß gemacht und wir wollen nächstes Jahr wieder ein Sommerfest organisieren. Der diesjährige Erfahrungsgewinn wird uns eine solide Basis hierfür sein.

Allein der Fakt, dass wir nicht alle finanziellen Ausgaben ausgleichen konnten, kann unsere Stimmung nicht trüben, da in unseren Augen das positive Feedback mehr wert ist.

Natürlich haben wir trotzdem gehofft, dass unter dem Strich etwas Geld in unserer Vereinskasse gelandet wäre. Denn bisher war das Gebäude samt Grundstück unser Wächterhaus und wir stehen unmittelbar davor, es zu kaufen und auch künftig als Vereinshaus zu nutzen. Dazu fehlen uns jedoch die finanziellen Mittel. Mit dem Kauf des Hauses wären unsere bisherigen Bemühungen gesichert und weiteren Veranstaltungen stände nichts mehr im Weg.

Unsere Erkenntnis: Wir konnten viele Menschen mit unserem Fest erreichen und zeigen, dass man nach „Do it yourself“ – Art jede Menge auf die Beine stellen kann.

Was können andere daraus lernen

Gerade aus den kleinen Dingen können die schönsten Sachen entstehen. Vieles, was als Müll abgetan wird, findet eine neue Funktion, indem es wiederverwertet wird. Spielerisch kann man Nachhaltigkeit auf diversen Wegen nahe bringen.

Wenn man zusammen eine Idee verfolgt, können schnell wunderbare Gemeinschaften und Freundschaften entstehen.Wir hoffen unser Fest hat zu alldem Anreiz gegeben und findet Nachahmer.

Projektzeitraum:

23.03.2013 bis 14.07.2013

Kategorie:

Jugendverband / Jugendring

Kontakt:

Alternatives Jugendhaus me-o-wa e.V.

E-Mail:
beifler[at] remove-this.gmx.net
Web:
http://www.me-o-wa.de