Heinz-Westphal-Preis

H|W|P - Die Dokumentation

1. TTC Münster von 1928 e.V.

Die Idee

Ich möchte gerne verschiedene Institutionen aus unserem Stadtteil, die mit Kindern- und Jugendlichen arbeiten zusammenführen und in einem Kooperationsnetzwerk zusammenschließen. Zum einen werden dadurch neue Möglichkeiten der Freizeitgestaltung in unserem Stadtteil geboten. Zum anderen soll durch dieses Netzwerk ein kostengünstiges, wenn nicht sogar kostenfreies Angebot geschaffen werden. Vor allem Kinder- und Jugendliche aus sozial und finanziell schwachen Familien können von dieser Idee profitieren. Ihnen wird dadurch die Möglichkeit geboten, „normal” am sozialen Leben teilzuhaben. Innerhalb des Netzwerks sind Sport und Kultur wichtige Kommunikatoren, die soziale Ziele verfolgen, Werte vermitteln sollen und somit einen besonderen Stellenwert besitzen. Kooperationspartner sind Schulen, Vereine, freie Träger der Kinder- und Jugendarbeit und -hilfe und sonstige Anbieter pädagogischer Angebote. Die Institutionen werden in Pools unterteilt, die sich erweitern sollen. Die Partner profitieren untereinander und stärken sich gegenseitig. Das Netzwerk soll fest ins Stadtteilleben integriert werden und bedarf fester Absprachen und gegenseitigem Vertrauen.

Warum ist diese Idee herausragend?

Das Besondere an diesem Netzwerk ist die Einbeziehung von pädagogischen Hilfen. Und zwar sind das die freien Träger der Kinder- und Jugendarbeit und -hilfe (z.B. Kirchengemeinden) oder andere Anbieter pädagogischer Angebote.

Der pädagogische Anspruch in Vereinen und dem offenen Ganztag steigt. Neben der Häufung von sozialen Auffälligkeiten, dem häuslichen Umfeld, hoher Erwartungshaltung seitens der Eltern, einer verstärkten Differenzierung, gibt es im Trainingsbetrieb und in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen vermehrt Konfliktpotenzial.

Durch offene Kinder- und Jugendarbeit wird die Zielgruppe auf ihrem Weg in die erwachsene Selbstständigkeit und Mündigkeit begleitet, sowie in gesellschaftliche Prozesse integriert. Durch Beratungsangebote von pädagogischen Anbietern werden Trainer, Eltern und Ganztagskräfte geschult und auf bestimmte Situationen vorbereitet. Trainer können sich zum Beispiel in einer Art Supervision austauschen und bei Problemen gemeinsam nach Lösungen suchen. Übungsleiter und Trainer besitzen in den Vereinen eine hohe pädagogische Verantwortung. Durch den Sport werden Sozialkompetenzen gefördert und Gruppenprozesse in Gang gesetzt, die sich positiv auf Kinder und Jugendliche auswirken und sie in ihrer Entwicklung unterstützen. Um das Personal zu schulen sowie Kinder, Jugendliche und Eltern für bestimmte Themen zu sensibilisieren, soll durch das Einbeziehen der freien Träger, ein zusätzliches pädagogisches Angebot geschaffen werden.

Die Umsetzung

Angefangen habe ich mit Gesprächen in meinem Verein dem TTC Münster und der Grundschule Overberg, die beide relativ schnell an einer Kooperation interessiert waren. Durch weitere Gespräche in meinem Stadtteil erfuhr ich, dass die Nachfrage an Kooperationen mit Sportvereinen ziemlich hoch war.

Durch meine ehrenamtlichen Tätigkeiten hatte ich direkten Kontakt zu den Verantwortlichen und konnte diese recht schnell von der Idee überzeugen in das Netzwerk einzusteigen.

Das Kooperationsnetzwerk besteht zurzeit aus:

  • 1. TTC Münster von 1928 e.V. (Tischtennis)
  • TUS Saxionia (im Gespräch) (Fußball)
  • Overberg-Grundschule Münster (kooperiert mit der FreiwilligenAgentur Münster)
  • Apostelkirchen-Gemeinde Münster (kooperiert mit der Martin-Luther-Grundschule Münster
  • Ferienwerk Münster e.V. ( kooperiert mit den Münster Mammuts e.V. (Football))

Welche Auswirkungen hatte das Projekt

Das Projekt hat vielfältige Auswirkungen. Zunächst einmal wurden Trainer durch Fortbildungen der Kirchengemeinde geschult. Nun geben sie dieses Wissen innerhalb des Vereins weiter. Für solche und andere Besprechungen werden regelmäßig die Räumlichkeiten der Kirchengemeinde genutzt. Darüber hianus hat das Jugendzentrum der Kirchengemeinde durch Werbeaktionen an Besuchern gewonnen. Verschiedene Vereine bieten gemeinsam mit Schulen zusammen Aktionstage an, die das „Soziale Lernen in Spiel und Sport” behandeln, werden von den angeboten. Dafür werden Hallenzeiten zur Verfügung gestellt. Schließlich werden auch offene Spielnachmittage für Familien aus dem Stadtteil angeboten. Hier steht das „Wir” und „Miteinander” im Vordergrund.

Der TTC bietet eine Schul-AG im offenen Ganztag der Overberg-Grundschule an. Durch diese gewann der Verein neue Mitglieder. Die Schüler der Schule können im Verein trainieren — ohne festes Mitglied zu werden. Außerdem kann die Schule Material (Tische, Bälle, Schläger) in ihrem Sportuntericht verweden. Auch am Sommerfest der Overbergschule beteiligte sich der TTC und bot Mitmachaktionen an.

Das Ferienwerk bewarb im TTC seine Ferienfreizeiten. Für Trainer des Vereins besteht die Möglichkeit pädagogisch geschult zu werden. In der Folge können sie so bei den nächsten Freizeiten als Betreuuer mitfahren und ihren Vereinsmitgliedern vergünstige Konditionen anbieten. Das Ferienwerk macht auch auf pädagogische Hilfen im Stadtteil aufmerksam. Bei der Vereinsberatung des Landessportbundes vermittelte das Ferienwerk die Beratung und stellte eine Räumlichkeit zur Verfügung.

Die Erkenntniss

Der Bedarf nach solchen Projekten ist da. Denn die Ideen werden gut angenommen und die Umsetzung ist relativ einfach. Und Ziele werden verhältnismäßig schnell erreicht. Also: Ideen nach vorn. Es funktioniert.

Was können andere daraus lernen

Ich erhoffe mir durch die Projektumsetzung, dass auf gewisse Missstände in der Kinder- und Jugendarbeit aufmerksam gemacht wird und dieses Kooperationsnetzwerk auf lokaler (und auch auf jeder anderen) Ebene „Nachahmer” findet. Der Bedarf ist da und die Hilfen werden dankend angenommen. Es ist nicht schwer, sich für eine gute Sache einzusetzen und die erfolgreiche Projektumsetzung soll motivieren, sich an innovativen Ideen auszuprobieren.

Auch wünsche ich mir, dass sich mehr „junge” Menschen engagieren und gehe gerne als gutes Beispiel voran, welches mit der Umsetzung motivieren möchte, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Denn auch dieses Netzwerk kann nur aus Ehrenamtlichkeit und ehrenamtlicher Hilfe bestehen.

Projektzeitraum:

01.09.2011 bis 31.08.2013

Kategorie:

freier Träger

Kontakt:

1. TTC Münster von 1928 e.V.

E-Mail:
benjaminsonsalla[at] remove-this.yahoo.de
Web:
http://www.ttc-münster.de/